Samstag, 17. September 2011

Wohin gehst du...

So, jetzt ist schon ein halbes Jahr vergangen, seitdem ich meine Abschlussprüfung als Mediengestalter Digital und Print eigentlich ganz erfolgreich abgelegt habe.










Mittlerweile ist aber einiges passiert.

So wollte ich ja ursprünglich schon in diesem Beruf weiterarbeiten und hatte auch ziemlich schnell eine Stelle gefunden. Nach der Probearbeit und dem anschließenden Vertragsabschluss dachte ich eigentlich, in einen Betrieb zu landen, in dem ich meine noch bescheidende Berufserfahrung kontinuierlich hätte verbessern können.

Na ja, so wie es eben nach der Probearbeit besprochen wurde. Es war bekannt, das ich noch einiges nachzuholen hatte - so ganz frisch nach der verkürzten Ausbildung und im Lehrbetrieb auch nicht immer die besten Erfahrungen gemacht.

Stattdessen konnte sich bei Arbeitsantritt nicht wirklich jemand daran erinnern, bzw. wusste erst mal gar nix davon. So viel zur Kommunikation untereinander. Ich sollte halt ruckzuck als Schichtpartner einer recht schwierigen Dame funktionieren. Hat nicht geklappt.
Und auch meine restlichen anfänglich guten Eindrücke vom angenehmen Arbeitsumfeld haben sich recht schnell aufgelöst. Ich kam mir wie ein Fremdkörper vor, dem man nur halbherzig auf den Stand der Dinge bringen wollte.
Einem:
"Wenn du was nicht weißt, frage mich." 
folgte unmittelbar 
"Ach, ich hab' den ganzen Tisch voll Arbeit. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll."
Das stimmte auch, war jedoch für mich mehr als suboptimal.

Klar, die meisten Leute waren nett und zuvorkommend, aber die paar Prozent, die es nicht sind, können einem den Arbeitsalltag schon vermiesen. Die Kopfschmerzen, die ich dann nach ca. einem Monat täglich hatte, wollte ich mir auch nicht als Folge der Arbeit in diesem Betrieb zugestehen. Eher hätte ich eine Gehirntumor (ok, vielleicht übertrieben) oder was völlig Harmloses als Ursache in Betracht gezogen.

Egal, nach zwei Monaten war das Arbeitsverhältnis aufgelöst und die Migräne ebenso.

Was nun machen? Zwei primäre Möglichkeiten standen für mich zur Auswahl und ich wollte die Entscheidung schnell hinter mich bringen - die von der Arbeitsagentur sind im übrigen auch nicht gut auf Trödeln zu sprechen.
  • Nochmal den Mediengestalter probieren, eventuell wieder aufgrund fehlender Berufserfahrung zu fliegen und um dann mit zwei Kurzzeitarbeitsverhältnissen im Lebenslauf nicht gerade der Liebling von Personalchefs zu sein. Schwierig.
  • Oder lieber meinen ersten Lehrberuf als Offsetdrucker wieder aufnehmen und dort mit meiner mehrjährigen Berufserfahrung eine gewisse Jobsicherheit haben. Nicht das, was ich vorhatte. Aber ok.
Beworben habe ich mich in beiden Berufen, um zu sehen, was so an Feedback kommt. Die Entscheidung konnte ich so noch ein wenig nach hinten verschieben. 
Es waren trotz der Situation, arbeitslos zu sein, drei echt schöne Wochen mit sonnigem Wetter, die mir echt gut getan haben. Ich war fast täglich mit dem Hund meiner Schwester unterwegs, einfach mal so im Wald spazieren.

Dann wurde ich zum Vorstellungsgespräch eingeladen, als Drucker. Innerlich hatte ich mich noch gegen den Gedanken gesträubt:
der Lärm, der Schmutz, zweieinhalb Jahre Ausbildungszeit für quasi nix...

Das hatte sich beim Vorstellungsgespräch aber sehr schnell gelegt, und ich sah der Sache bald optimistisch entgegen. Am nächsten Tag bekam ich eine Zusage und konnte in der folgenden Woche auch gleich mit der Arbeit anfangen.


Halftoningcolor

Ich fühle mich wohl da, also habe ich den Schritt bisher noch nicht bereut.

Was mir aufgefallen ist, der vorherige und jetzige Betrieb sind vom Profil her fast identisch. Die gleichen Aufträge, die selben Druckverfahren bei ähnlicher Mitarbeiteranzahl. Beides Familienbetriebe. Und doch ist eines ganz entscheidend anders, und zwar wie du als Mensch angenommen wirst. Ich will mich hiermit keineswegs von Fehlern freisprechen und dem Ex-Arbeitgeber irgendeine Schuld zuzuweisen. Ich muss mir aber auch nicht vorwerfen, ich hätte mit Fähigkeiten geworben, die ich nicht besitze.





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